Nachlese zur Challenge 2011

Da fehlt doch was – mag sich manch einer gesagt haben, als er unsere letzte Bildergalerie zum Rennen 2011 gesehen hat. Und in der Tat hat nicht nur unser Holgi fleißig vom Straßenrand fotografiert, sondern auch Papa Pille. Auf dem Arm Tochter Friederike und in der anderen Hand die Kamera hat er es geschafft, nicht nur bei Start und Ziel dabei zu sein, sondern zwischendurch auch noch ´mal eben zum Brandecklindle hoch zu düsen, wo er so manch einem noch den letzten Kick gegeben hat. Danke dafür – Pille! Und hier sind Deine Bilder:

Zurück aus der Sommerfrische hat auch die Abteilung Buchhaltung inzwischen ihre Hausaufgaben gemacht. Soll heißen, dass der Michel versucht hat, die Daten aller unserer 17 FahrerInnen festzuhalten, die bei der Challenge 2011 dabei waren. In alphabetischer Reihenfolge waren das: Achim, Daniel, Frank, Gerardo, Grillo, Jost, Kai, Leon, Manu, Marcel, Mario, Michel, Philipp, Silvio, Takis, Uli und Walter. Applaus, Applaus, Applaus. Auf den folgenden Bildern seht ihr sowohl die Zeiten aus 2011, als auch die aus den Vorjahren. Außerdem bereiten wir gerade eine “Hall of Fame” vor, in der ALLE unsere FahrerInnen, Fans und Unterstützer gewürdigt werden sollen. Falls Ihr dazu Eure Schnappschüsse beitragen wollt, schickt sie doch einfach dem Michel an die bekannte Adresse. Jetzt aber erst Mal die versprochenen Ergebnisse:

Für alle, die diesmal nicht dabei sein konnten, haben wir hier auch noch einen schönen Link gefunden: bikeholic1 (was immer sein richtiger Name sein mag) ist nämlich die 48-Kilometer-Strecke mit einer Helmkamera gefahren und hat die 14-minütige Aufnahme ins Internet gestellt. Leider konnte der Michel sie hier nicht einbetten, deshalb müsst ihr Euch zu YouTube durchklicken, und das ganze unter http://www.youtube.com/watch?v=2gHdkfs_JCs anschauen.

Powered by Party, Pasta & Friends

Hey, hey, hey!

Das ging ja mal wieder richtig ab. Gepowert von Piratenmucke & Leckerpasta, geschmückt mit Strahle-Leibchen und angetrieben von unserem Fanclub haben wir es zum sechsten Mal in Folge geschafft, die hiesigen Hügel im Rennmodus unter die Räder zu nehmen. Haben uns fast die Seele aus dem Leib gestrampelt, prima Zeiten hingelegt und allen gezeigt, wo Bartel den Moscht holt, wo der Hammer hängt, wo der Papst im Kettenhemd boxt, wo Strauss-Kahn die Sau ´rauslässt – na ihr wisst schon…

Toll auch, dass Elke und Sebastian uns nach dem Rennen wieder aufgepäppelt und den Elektrolythaushalt wieder hergestellt haben. So kann das Mountainbike-Team 361 Grad weiter expandieren wie die Deutsche Bank und hat längst schon Basecamps, Außenstellen und Fans weit jenseits von Offenburg vorzuweisen: Ob in Rammersweier oder Zell-Weierbach, in Gengenbach oder Ichenheim, in Heidelberg, Frankfurt oder Düsseldorf – selbst auf Malle, in den Alpen und sogar in den Rockies waren unsere Trikots schon zu sehen.

So haben wir es vor lauter Begeisterung (und Durst) in diesem Jahr doch glatt verpasst, unser Teamfoto zu erneuern. Nur gut, dass Holger sich für uns geklont hat und gleich drei Mal am Straßenrand stand, um diese tollen Bilder unserer Helden aufzunehmen:

Die Copyright-Vermerke hat übrigens der Michel in die Bilder hinein geschraubt. Wer sein Bild im Original (ohne Vermerk & in höherer Auflösung) mag, möge sich bitte direkt an Holgi wenden, um einen vollständigen Zusammenbruch des DSL-Netzes in Ichenheim zu vermeiden ;-)

Rocken, Radeln & Genießen

(Offenburg) „Gerüchte, wonach das Mountainbike-Team 361 Grad still und heimlich verschieden sein soll, sind allesamt frei erfunden und wurden lediglich von der bösen Konkurrenz ausgestreut, weil sie neidisch sind auf unsere Trikots, unsere Fahrräder, unsere Frauen bzw. Männer, auf unsere haarigen Brüste und glatt rasierten Beine, auf unsere Fans und unseren Verein, auf unsere Musik und unsere Parties, auf unsere Pasta-Party und den After-Race-Event und überhaupt auf alles.“ Dies erklärten heute auf einer spontan einberufenen Pressekonferenz einstimmig mehrere Vertreter der Gute-Laune Truppe.

„Totgesagte leben länger“, erläuterte dazu Axel G., während Silvio K. zugab: „Isch ´abe nur so getan, als ´ätte isch gar kein Fahrrad.“ Statt als auffälliges, gelb gekleidetes Peloton durch den Wald zu strampeln, hätten die Mitglieder des Teams 361 Grad heimlich einzeln und in kleinen Gruppen trainiert. Auch dass gleich mehrere FahrerInnen den Teamnamen bei der Anmeldung nicht angegeben haben sei eine List gewesen, um die Konkurrenz zu täuschen, sagte Michel S. Er erwarte, dass weitere KandidatInnen sich noch in letzter Minute anmelden würden. „Das machen wir nämlich immer so. Ätsch.“

Zum Beweis, dass beim Mountainbike-Team 361 Grad nach wie vor die Post abgeht, wird am kommenden Freitag, dem 6. Mai ab 22:30 im Spitalkeller Offenburg wieder eine Spezial-Tanzbar mit DJ Pirat stattfinden. Der Eintritt ist frei und eingeladen sind natürlich nicht nur Mountainbiker und solche die es werden wollen, sondern alle, die gerne zu richtig guter Rockmusik abtanzen und einen Haufen nette Leute treffen möchten.

Begrüßt werden die Besucher von Gerardo C. dem womöglich charmantesten und auf jeden Fall härtesten Mountainbiker, den das Team 361 Grad zu bieten hat. Gleichzeitig findet an diesem Abend die offizielle Vergabe der Trikots statt, die dank der Unterstützung des Vereins für Fahrer nur 10 Euro kosten werden (für Supporter 40 Euro) und nach unermüdlichem Einsatz der Grafik-und-Designabteilung ihre Träger erstrahlen lassen wie die aufgehende Sonne…

Verständlicherweise wird der Samstag danach für die Erholung gebraucht, doch ist für den Sonntag eine Trainingsrunde entlang der Rennstrecke vorgesehen, die um 10:00 am Sportplatz in Rammersweier beginnt und die je nach Lust, Form und Laune entweder 32, 48 oder 63 Kilometer mit 820, 1300 oder 1800 Höhenmeter umfassen wird.

Das größte Ereignis vor dem Rennen ist die Pastaparty. Sie findet dankenswerter statt bei Regina und Kai in Rammersweier am Samstag, dem 14. Mai um 19:00. Barbara, Beate und Regina werden für uns den Kochlöffel schwingen und dafür sorgen, dass wir am nächsten Tag über die Berge fliegen wie nix Gutes. Da so viele hungrige Mäuler  aber selbst für die begnadetsten Köchinnen nicht alleine zu stopfen sind, ist erstens eine Anmeldung erforderlich bei Regina und zweitens sind alle TeilnehmerInnen gebeten, noch ein Gericht mitzubringen. Da ein Großteil des Teams ja auch auf diesem Gebiet intensiv trainiert hat, wird die Konkurrenz einmal mehr bei ihrer Spagetti-Massen-Pampe wünschen, sie wären beim Team 361 Grad…

Voraussichtlich wird es nach dem Rennen auch wieder ein gemeinsames Essen geben. Details dazu gibt es demnächst per Newsletter und auf dieser Webseite

Radeln vertreibt Depressionen

Mountainbiken im Frühling - Ein tolles Antidepressivum

Jutta, Olaf und Michel, die am vergangenen Sonntag durch den dunklen Tann und die duftenden Obstwiesen gestrampelt sind, um schließlich auf Schloss Staufenberg mit Riesling und Flammkuchen die grandiose Aussicht zu genießen haben´s gleich gemerkt: Diese Aktion hat Spaß gemacht und schreit nach einer Wiederholung. Und wie zur Bestätigung flattert uns da eine Pressemitteilung der Universität Freiburg ins Haus, die wir hier gleich ´mal präsentieren wollen:

Ausdauersport wie Radfahren, Joggen oder Schwimmen hilft bei wiederkehrenden Depressionen. Jedenfalls berichten Sportlerinnen und Sportler immer wieder davon, dass sich ihre Stimmung durch Ausdauersport aufhellt und stabilisiert. „Auch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass Ausdauersport einen antidepressiven Effekt bei gesunden Menschen hat“, bestätigt Dr. Tobias Freyer von der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg. „Auch bei depressiven Patienten gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Studien, welche antidepressive Effekte von sportlichen Interventionsprogrammen suggerieren.“

Manche Forscherinnen und Forscher argumentieren sogar, dass Ausdauersport pharmakotherapeutischen Behandlungen gleichwertig, wenn nicht überlegen sei. „Diese Aussagen sind sehr vorsichtig zu beurteilen“, sagt Dr. Freyer, häufig würden diese Studien wichtige wissenschaftliche Standards nicht erfüllen. Allerdings gebe es Hinweise darauf, so Dr. Freyer, „dass körperliches Training eine bessere Wirksamkeit bei leichten und moderaten depressiven Episoden hat und eine schlechtere bei schweren depressiven Episoden.“ Und: „Das Alter der Patientinnen und Patienten scheint keinen Einfluss zu haben. Es existieren positive Studienergebnisse für alle Altersgruppen.“

Leichtsinnig, aus dem Bauch heraus und höchst unwissenschaftlich übersetzt der Michel den vorherigen Absatz mal mit: “Wenn Ihr mies drauf seid, geht radeln. Wenn Ihr richtig Scheiße drauf seid, geht zum Arzt”, um nun wieder dem Mediziner das Wort zu überlassen:

Die genauen antidepressiven Wirkmechanismen von Ausdauersport sind zwar noch weitgehend unbekannt, aber wahrscheinlich gibt es viele Ursachen dafür: angefangen bei einer erhöhten Zuwendung durch Therapeutinnen und Therapeuten oder Mitpatientinnen und Mitpatienten während eines strukturierten Trainingsprogramms, einer Förderung der Sozialkontakte und der sozialen Interaktionsfähigkeit, weil sich mit der körperlichen Leistungsfähigkeit auch das Selbstbewusstsein verbessert, bis hin zu einer veränderten Ausschüttung von Hormonen wie Cortisol oder einer Veränderung von neuronalen Prozessen. So konnten jüngst etwa Forscher der Universität Tübingen nachweisen, dass der Nervenwachstumsfaktor BDNF, der bei depressiven Patientinnen und Patienten zu niedrig ist, bei Ausdauersport verstärkt ausgeschüttet wird.

Das ist gut. Die Sache mit der “erhöhten Zuwendung durch Therapeutinnen und Therapeuten oder Mitpatientinnen und Mitpatienten während eines strukturierten Trainingsprogramms”. Also mit uns Radlkollegen. Ob wir uns dabei als Therapeuten oder als Patienten fühlen müssen wagt der Michel zu bezweifeln, aber ein geiles Gefühl isses schon, wenn der BDNF durchs Hirn strömt … Erkenntnisse, welche Sportart am besten gegen Depressionen hilft, gibt es laut Dr. Feyer übrigens nicht: “Ob nun Ausdauertraining besser als Krafttraining oder Radfahren besser als Laufen ist – bislang konnte kein überlegenes Verfahren identifiziert werden“, sagt er und rät: Einfach ausprobieren, was für einen selbst am besten ist!

Grillo lädt ein

Papa ist zwar im Stress, hat aber dennoch ein paar Stunden frei geschaufelt und gestern im Durbacher Hof die folgende frohe Botschaft verkündet:

Sonntag 10 Uhr ab Reithalle für plusminus 1000 hm. Wer Lust hat und nicht vom Pirat geschändet wurde…

Dem haben wir nichts hinzu zu fügen außer der Wettervorhersage: Laut Wetter.info (Stand Freitag 9:00) soll es weitgehend sonnig und trocken werden, aber ziemlich kalt. Genauer: Zum Start der Tour etwa 4 Grad, um die Mittagszeit soll dann die Tageshöchsttemperatur von 9 Grad erreicht werden und bis 16 Uhr anhalten. Da uns nicht entgangen ist, dass sich das Wetter und die Wettervorhersage gelegentlich verändert, haben wir außerdem als neuen Service die aktuellen Daten auf unseren Seiten eingeblendet. Sie kommen übrigens von Google und sind kostenlos.

Die erste Anmeldung für 2011

Herzlichen Glückwunsch, Manuela! Wie ein Blick auf die Teilnehmerliste zeigt, bist Du die Erste aus unserem Team, die sich für die Mountainbike Marathon Challenge 2011 angemeldet hat! Ich neige demütig mein kahles Haupt und bin gespannt, wer unsere flotte Mama auf der 48 Kilometer-Strecke begleiten wird. Hier schon ´mal die wichtigsten Daten für alle, die auch in diesem Jahr wieder mit dabei sein wollen:

  • Das Rennen findet statt am Sonntag, dem 15. Mai 2011.
  • Streckenlängen und Höhenmeter sind offenbar wie in den Vorjahren 32/860, 48/1400, 63/1800 und 84/2600
  • Die Anmeldegebühr beträgt aktuell 50 Euro (ob´s wieder teurer wird bei späterer Anmeldung ist der Webseite nicht zu entnehmen)
  • Vom Veranstalter gibt ein Trikot dazu, das natürlich im Vergleich zu unserem jämmerlich abkackt.
  • Auf vielfachen Wunsch werden wir auch in diesem Jahr wieder “offizielle” gemeinsame Ausfahrten veranstalten, die erste voraussichtlich am kommenden Wochenende.

Das Fahrrad ist wurscht

Oha – das wird unseren Silvios, Hermännern, Pilles und Gerardos aber gar nicht gefallen: Da behauptet doch so ein englischer Hobby-Biker und Möchtegern-Wissenschaftler, dass es überhaupt gar keinen Unterschied macht, ob man sich für 60 Euro ein gebrauchtes und schweres Billig-Fahrrad kauft, oder ob man den 20-fachen Betrag anlegt für ein leichtgewichtiges Carbon-Teil. Zumindest auf dem 43,5 Kilometer langen Weg zur Arbeit und zurück war Dr Jeremy Groves mit beiden Rädern praktisch gleich schnell unterwegs.

“Die Insider hatten erwartet, dass ich mit dem neuen Fahrrad 10 Prozent schneller wäre”, erklärt Groves in der Fachzeitschrift British Medical Journal und fügt hinzu, dass auch er davon ausgegangen sei, mit dem Carbon-Rad im Nu bei der Arbeit zu sein. Zwar habe er mit dem neuen Rad tatsächlich an einem sonnigen Morgen einen neuen Rekord aufgestellt und die einfache Strecke in 43 Minuten geschafft. Dann aber musste er wegen eines Platten nochmals auf sein altes Stahlbike zurück greifen – und stellte fest, dass er mit 44 Minuten fast gleich schnell war wie mit dem Carbon-Rad.

Da Dr. Jeremy Groves nicht nur ein begeisterter Biker ist, sondern auch ein Wissenschaftler, entschloss er sich zu einem Experiment, über das er nun in der medizinischen Fachzeitschrift  berichtet. “Bicycle Weight and Commuting Time: Randomized Trial”, heißt der Artikel, dem die Einzelheiten zu entnehmen sind: 13,5 Kilogramm wog demnach das Billigfahrrad mit dem Stahlrahmen gegenüber 9,5 Kilogramm für das Carbon-Teil. Im “Studienzeitraum” zwischen Mitte Januar und Mitte Juli 2010 fuhr Groves nach dem Zufallsprinzip mal mit dem einen, mal mit dem anderen Fahrrad von Sheffield nach Chesterfield zur Arbeit und zurück – je nachdem ob eine Münze, die er warf, Kopf oder Zahl zeigte.

Das Ergebnis dürfte die Fans von Edelbikes ernüchtern: Für die 30 Hin- und Rückfahrten mit dem schweren Gebrauchtrad benötigte der fitte Doktor durchschnittlich eine Stunde, 47 Minuten und 48 Sekunden. Mit dem 30 Prozent leichteren Carbonrad brauchte er im Mittel eine Stunde, 48 Minuten und 21 Sekunden. Die Höchstgeschwindgkeit hatte auf beiden Rädern 58 km/h betragen und weiterhin informiert uns der Kollege mit trockenem britischem Humor: “Die langsamste Fahrt war mit dem Carbonrad in heftigem Schneetreiben (2:03:20), die schnellste auf dem Stahlrad als direktes Ergebnis einer Wettfahrt mit einem fitten Kollegen (1:37:40)”.

Bevor Ihr nun diese hochwissenschaftlichen Erkenntnisse mit einem verächtlichen “Flachlandradler” beiseite wischt möchte ich noch hinzu fügen, dass Dr. Groves auch das Höhenprofil seiner Strecke veröffentlicht hat und auf seinem Arbeitsweg eine Differenz von beachtlichen 843 Metern überwinden musste. Was, wie wir alle wissen, ja so ungefähr der Strecke Offenburg – Moosturm und zurück entspricht. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass der Typ nicht einmal Klickpedale hatte?

“Das Ergebnis ist im Widerspruch mit der gefühlsmäßigen Annahme, dass weniger (Fahrrad-) Gewicht mehr Geschwindigkeit bedeutet”, schreibt Dr. Groves süffisant und begibt sich sogleich auf die Suche nach einer Erklärung. Obwohl der Gewichtsunterschied zwischen den beiden Fahrrädern 30 Prozent betrug, dürfe man den Radler nicht vergessen und in seinem Fall habe das Gesamtgewicht sich nur um vier Prozent unterschieden. Zwar könne man mit einem leichten Fahrrad natürlich schneller den Berg hinauf fahren und brauche mit dem Stahlbike etwa fünf Prozent mehr Energie. Diese Energie aber wird zum Teil konserviert und begünstigt bergab den Fahrer mit dem schwereren Rad. Der größere Rollwiderstand erfordere für das Stahlrad gerade einmal 1,2 Watt zusätzliche Energie, die theoretisch bessere Beschleunigung des Carbonrades käme nur bei häufigen Geschwindigkeitswechseln zum tragen und die Überwindung des Luftwiderstandes sei zwar ein wichtiger Faktor, allerdings unabhängig von der Masse (er steigt proportional mit dem Quadrat der Geschwindigkeit).

An diesem Punkt der theoretischen Erwägungen sind wahrscheinlich bis auf Kai alle unsere Biker längst eingeschlafen, sodass es Zeit wird für die Moral von der Geschicht: “It´s not about the bike” hat bereits Lance Armstrong gesagt. Ob der siebenmalige Toursieger damit seinen Ärzten oder der Pharmaindustrie danken wollte, lasse ich mal dahin gestellt. Der Schlussfolgerung des Dr. Groves aber kann wohl keiner widersprechen: “Auch wenn ein neues, leichtgewichtiges Fahrrad äußerst attraktiv ist, so verspricht doch eine Gewichtsreduktion des Fahrers den größeren Nutzen bei geringeren Kosten”.

P.S.: Wer einen Sinn für englischen Humor hat und ausreichend Zeit, dem seien die Leser-Kommentare zu Dr. Groves Studie wärmstens empfohlen.

Der letzte Schwarzwald-Kavalier

Auch wenn er gestern zu unserem Entsetzen nicht in der Liste der Ankömmlinge beim Trans Schwarzwald Mountainbike-Marathon stand: Die Gerardo-Saga geht weiter. Es folgt der Bericht unseres Sonderkorrespondenten Grillo:

(Freudenstadt, 16.8.) Leider konnte unser Held am zweiten Tag seine persönliche Erfolgsgeschichte nicht weiterschreiben. Strömender Regen, sibirische Temperaturen und ein extrem schweres Geläuf waren Neuland für ihn und so entschied er sich, den ersten Teil der Etappe besonnen und mit Luft nach oben anzugehen. So war er recht schnell Letzter und trieb das Feld vor sich her. Gerade, als er beginnen wollte wie am Vortag die ersten Teilnehmer sich zu holen trat eine Schwäbin auf den Plan, die drauf und dran war aufzugeben. „Was tun?“, diese Frage stellte sich nur kurz und anstatt die gute Frau im Wald zurück zu lassen, sie der Kapitulation vor Nässe, Kälte und einer unbarmherzigen Streckenführung zu überlassen meinte er nur kurz „Aufgegeben wird nicht“ um fortan ihr sein Hinterrad zu geben. Und so meisterten sie gemeinsam den Weg durch den dunklen Tann, frierend, schlammig bis in die Haarspitzen und nass bis auf die Haut.

So schoben sie ihre Bikes durch knöcheltiefen Matsch die aufgeweichten Rampen hoch, die schon in trockenem Zustand fast unfahrbar sind und nahmen gemeinsam Abfahrten die mehr an Eiskanal denn an Radfahren erinnerten. Und so kam es, dass sie am letzten Versorgungspunkt 20 min über der Durchgangzeit für den letzten Teilnehmer waren und die Orga den beiden die Startnummer abnehmen wollten. Schließlich wollte die Polizei nicht ewig Straßen sperren, Kreuzungen bewachen, wollten die Organisatoren nicht erst spät in der Nacht die Strecke wieder freigeben. Und auch hier zeigte sich unser Gerardo wieder heldenhaft, lies er es doch nicht zu, dass dieses Abenteuer so früh und so jäh für die beiden enden sollte. Er weigerte sich seine Nummer herzugeben und bestand darauf den Transschwarzwald zu finishen. Wie das die Orga bewerkstelligen könnte ist ihm egal, er will an den Feldberg und sein Finisher-T-Shirt. Zur Not fährt er jetzt weiter, die letzten 600 Hm schafft er auch noch. Sollen sie doch Überstunden machen, er hat dafür bezahlt.

Wer ihn kennt ahnt, wie verbissen die Verhandlungen geführt wurden und wie unangenehm das für die Trans-Schwarzwälder gewesen sein muss. Nach einiger Diskussion einigte man sich darauf, dass die Polizei jetzt Feierabend machen darf, die Orga die Wege wieder freigeben kann und der Besenwagen die beiden ins Ziel bringt. Zeit ist die des Letzten plus eine halbe Stunde aber die Tour geht für beide weiter. Und so traf ich ihn am Massenlager in der Turnhalle in Freudenstadt, noch im Dress und mit Helm auf, etwas zerknirscht, etwas gefrustet und ziemlich k.o.. Aber Gerardo wäre nicht Gerardo, wenn er deswegen auch nur einen Gedanken ans Aufgeben verschwenden würde. Wenn er nur für den Bruchteil einer Sekunde die Brocken hinwerfen wollte. „Morgen sind es nur 1400 Höhenmeter und Mittwoch schaff ich auch irgendwie. Und wenn ich Mittwoch geschafft hab, dann komm ich auch an“. Wenn der das sagt, dann ist das in Stein gemeißelt. Der hört nicht auf, weil er nicht aufgeben kann. Und deshalb zieht der das Ding durch. Das Einzige, was ihn stoppen kann sind Krämpfe oder ein kaputtes Rad.

Aber gekrampft hat er eigentlich noch nie. Gerardo, wir sind stolz auf Dich!

Loblieb vom einsamen Helden

Voll krass, dieser Gerardo. Noch keine drei Jahre ist es her, dass er sich ein Mountainbike gekauft hat, und jetzt fährt er mit bei der Trans Schwarzwald 2010. Wer glaubt, dass er beim Offenburger Rennen Großes geleistet habe, weil er 30, 42 oder auch 65 Kilometer durchgehalten hat, sollte sich mal die Streckeninfo ansehen. Am ersten Tag ging es von Sasbachwalden nach Bald Wildbad. 73 Kilometer und 2480 Höhenmeter. Nach fünf Stunden und acht Minuten war Gerardo im Ziel mit einem Schnitt von 14,5 Km/h – und hat dabei ein halbes Dutzend Leute abgehängt. Ganz zu schweigen von denen, die bei diesem Pisswetter gar nicht erst angetreten sind oder es nicht ins Ziel geschafft haben. Dominik Bloesch, der uns auch schon ´mal bei unseren Ausfahrten beehrt hat, und dem wir ebenfalls kräftig die Daumen drücken, kam übrigens auf Platz 18 in der Gesamtwertung. Seinen Schnitt von über 25 km/h bei diesen Bedingungen erreicht wohl manch einer von uns Normalradlern nicht einmal, wenn man die Berge wegplanieren würde.

Wie es gestern beim Rennen aussah, zeigen einige Bilder zum Event von A. Küstenbrück und die Daily News des Veranstalters. Und während Beate und Grillo als Minidelegation unserer Truppe nach Freudenstadt gefahren sind, um Gerardo anzufeuern, warten wir hier im halbwegs sicheren Flachland noch gespannt auf das Ergebnis der zweiten Etappe. Die ging heute, wo man keinen Hund vor die Tür schicken würde, von Bald Wildbad bis Freudenstadt. 76 Kilometer mit 2700 Höhenmetern. Wahrscheinlich auch noch stromaufwärts und immer gegen die fiesen Sturmböen, die der Wetterdienst vorher gesagt hat.

Wer diese Geschichte mitverfolgen will, sollte in dieser Woche noch ´mal reinschauen, den wir wollen weiter von unserem einsamen Helden berichten. Außerdem könnt Ihr Euch bei Facebook einklinken, die Tweets reinziehen des Teams von Bull oder auch die Zeitschrift Mountainbike besuchen, die eine eigene Seite zum Event eingerichtet hat. Und im Fernsehen wird es eine einstündige Zusammenfassung geben bei Sport1 (ehemals DSF) am Mittwoch, dem 25. August um 17.30 Uhr und (als Wiederholung) am 28. August um 10:15.

Weitere Informationen:

Verdammt lang: Die 5-Türme-Tour

Und es war mal gerade kurz Sommer. Zufrieden und verschwitzt saßen wir bei einem großen Radler im Gifiz-Biergarten und gönnten unseren bleichen Leibern einige Sonnenstrahlen. Gerade hatten wir mit meiner Schwägerin, ihrem Mann und einer blonden Gazelle namens Bianca die 63er bis Bildeiche gemacht (bei allen dreien die zweite Tour dieses Jahr!) als Gerardo in seiner subtilen Art das Gespräch nochmals auf die letzt samstägliche Vier-Türme-Tour lenkte und mehr oder weniger willenlos die Erweiterung der Tour um Turm Nummer 5, den Geigerskopf vorschlug. Und wie üblich in so einem Fall schickte er noch sein typisches „Wir können für den Marathon in Neustadt ein Team melden“-Lachen hinterher, was so viel bedeutet wie: kommt ja eh nicht zustande. Wie das Team für Neustadt eben.

Ich nahm einen großen Schluck, schaute in sein grienendes Gesicht und sagte: “Jaja Gerardo, schon recht.“ Am Abend begann ich aber zu rechnen. Fünf Türme mit Heimfahrt über Vogt vom Mühlstein und Schwaibacher Eckle minus Urselstein plus Heidenknie und Schloss Staufenberg, wie viel macht denn das? Heraus kam eine Zahl die mir schmerzhaft aber machbar schien. Scheiße, was nun? Ich begann die Pros und Cons zusammen zu tragen:

  1. die verbleibende Zeit bis zur Niederkunft
  2. die Wahrscheinlichkeit des entscheidenden Anrufs während der Tour. „Du Grillo, wo bist Du? Ich glaub es geht los.“ – „Halt aus Schatz, ich brech sofort ab und komm heim, in zwei Stunden bin ich da.“
  3. und vor allem der entscheidenden Frage: wenn nicht jetzt, wann dann?

Ich fasste allen Mut zusammen, ging aufrecht mit geschwellter Brust zu meiner hochschwangeren Frau und fragte devot, ob ich Sonntag ne längere Radtour fahren dürfte. Ein süß-saures Lächeln garniert mit einem Hauch genervt waren die Beilage zum „von mir aus“. Noch einen großen Löffel „komm aber nicht so spät heim, dass wir vorm Australienspiel noch Essen können“ drüber und fertig war der Sonntagsbraten.

Ich ging ins Bad, nahm die erste Magnesiumtablette um den Spiegel wieder hochzufahren und rief Gerardo an. „Nächsten Sonntag, fünf Türme, Start spätestens halb neun.“ Kein betretenes Schweigen, kein trockenes Schlucken, nicht mal den Ansatz eines „Mist, was hab ich mir da schon wieder eingebrockt“ nur ein heißeres „Gut, wer fährt noch mit?“ biss sich durch den Hörer. Und so entstaubte ich meinen Trinkrucksack, kaufte teure Power-Bars und Bananen, nahm jeden Morgen brav mein Magnesium um einmal von diesen Scheiß-Krämpfen verschont zu bleiben. Ich ging sogar so weit am Abend vor der Tour zum perfekten Rumpsteak nur ein einziges kleines Bier zu trinken und den Williams Christ durch Tabletten gegen Krämpfe zu ersetzen! Um halb elf lag ich im Bett.

Zur gleichen Zeit ging Gerardo in den Spitalkeller und setzte sich dort an die Kasse. Die Sau! Vier Stunden später trollte er sich heim und nochmal vier Stunden später stand er wieder auf, um die bis dato größte Radtour anzugehen. Pünktlich halb neun stand er bei mir auf der Matte, aufgebretzelt und schon warm gefahren. Die coole Sau! Wir gingen es an, mit der Prämisse in jedem Fall die fünf Türme uns zu holen und alles weitere als Zugabe zu mitzunehmen.

Zuerst hoch auf’s Horn, dann schnell ´rüber zum Brandeckturm. Von dort auf die Challengestrecke über’s Heidenknie runter nach Durbach und die Wand zum Schloss hoch. Rechts rüber zum Hummelswälder Hof, kurz dahinter links weg zum selten besuchten Geigerskopf. Riegelpause nach 960 hm. Ab hier auf der 84er die Trails zur Bildeiche hoch, den Kandelweg bis Ofenloch-Hütte, die 23 %-Rampe Richtung Michelsbrunnen und um den Moosturm rum. Bärenweg, Ramsbacher und Ibacher Holzplatz, Schäfersfeld. Mittagspause am Löcherbergwasen mit 1500 hm auf der Uhr. Von hier ausnahmsweise mal nicht über den Urselstein zur Littweger Höhe sondern flach rüber zur Hark. Körner sparen für den Rest.

Westweg weiter Richtung Brandenkopf wo wir an der Kreuzsattelhütte (mit dem gefühlt besten Kuchen des Schwarzwaldes) einen alten Bekannten auflasen, der uns alsbald für den Rest der Strecke begleitete. Hoch auf 950 m zum letzten Turm der Tour wo leichte Nebelschwaden durch die Bäume zogen. 5 Türme-geschafft. 1950 hm. Und hier ist der Beweis:

Singletrail runter nach Roth und auf dem unteren steilen Asphaltabschnitt so richtig schön zügig links an zwei Autos vorbei. Sonntagsfahrer! Schwarzer Adler, Oberharmersbach. Noch früh genug am Tag, kurzer Anruf daheim – alles gut. Auffahrt zum Vogt vom Mühlstein, auf der anderen Seite runter nach Nordrach, wo sich die Heimfahrt klären sollte. Links kräfteschonend über’s Schwaibacher Eckle oder rechts zum Abschluss nochmal steil auf die Kornebene hoch.

Ich schau Gerardo in die Augen und sag fies: “Ich schaff noch die Kornebene. Was meinst Du?” Und er sagt: “Dann fahr ich das auch.” Ich im Spaß: “Vielleicht nochmal Moosturm dazu?” und er wieder: “Dann mach ich das auch. Du fährst keinen einzigen Höhenmeter mehr als ich. Weißt Du doch.” Und dieser Blick und dieses Lächeln sagen mir dass er das auch genauso meint. „Wenn Du die 3000 hm voll machst, dann bin ich dabei. Und wenn Du 100 km fährst, dann bin ich auch dabei. Egal was Du fährst, ich fahr’s auch.“ Braucht er nicht zu sagen, ich weiß es auch so. Diese obercoole Sau! Die letzten Meter zur Kornebene sind wir dann noch im Wahn gesprintet, was dem Aufgelesenen ein lapidares “Ihr seid Masos” abverlangte. Halb sechs, ohne Pause wär der Moosturm jetzt über 600 hm am Stück und die mahnenden Worte der Gattin im Ohr entscheiden wir uns ab hier zum entspannten Abtrailen über den Querweg Gengenbach-Alpirsbach. Daheim angekommen sind es 95 km Strecke, fast 2700 hm und 7 Std Fahrtzeit. Grillen, Fussball, Deutschland gewinnt – alles gut. Jetzt ist Babypause für mich und Gerardo macht seinen Trans-Schwarzwald. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Page 1 of 3123»

Frühjahrsputz!

Willkommen auf der Webseite des Mountainbike-Teams 361 Grad. Wie ihr seht, haben wir unsere Internet-Präsenz erneut überarbeitet. Ich bin gespannt auf Eure Meinung. Die könnt ihr, ebenso wie eure Fotos, Lieblingstouren, Streckenberichte, Klatsch und Tratsch, Lob und Kritik gerne selbst hier einstellen. Wer noch keinen Zugang hat kann einen Benutzernamen und Passwort anfordern per E-Mail an mtb[a]michaelsimm.de.

Oder ihr schickt Euren Kram wie gehabt an die obige Adresse. Schließlich solltet Ihr Euch in unseren Newsletter eintragen, der ab sofort die alten Rundmails ersetzen wird. Allzeit "Happy Trails" wünscht

Euer Michel